Das ist uns wichtig

In ihrem Beitrag in der JG Aktuell (Ausgabe Januar 2020) macht Ute Hachmann, Geistliche Leiterin der JG, das Anliegen der Diözesanleitung zum Thema Nachhaltigkeit deutlich. Artikel lesen

Habt ihr Lust mitzumachen und weiter mitzudenken? Um das Thema Nachhaltigkeit für die JG weiter zu entwickeln, möchten wir ein Forum dazu einrichten. Die Form von gemeinsamen Treffen und der Zusammenarbeit legen wir je nach Zusammensetzung der Gruppe fest. Und darum soll es gehen:

Austausch über die vielfältigen Facetten des Themas: Was ist uns wichtig?

Ideen und Anregungen für Familien: Was können und wollen wir als Verband einbringen?

Inhalte für eine regelmäßige Seite in der JG Aktuell vorbereiten.

Meldet euch einfach bei Sabine Düro oder Michael Greiwe (duero@jg-muenster.de und mgreiwe@jg-muenster.de).

In nachhaltiges Handeln fließen die drei Dimensionen Ökologie, Soziales und Ökonomie ein. Mit unserem Nachhaltigkeitsprofil wollen wir unseren Beitrag dazu deutlich machen und uns in einen Entwicklungsprozess begeben, an welchen Stellen wir weitere Schritte tun können.

Als Checkliste und Leitfaden für unsere Einkäufe rund um Büro- und Kursarbeit haben wir Einkaufsrichtlinien formuliert.

Aktionen und Angebote

Wir finden die Anliegen der jungen Menschen von FridaysForFuture, die sie am 25.9.20 mit dem weltweiten KLIMASTREIK zum Ausdruck bringen wollen total super!

Die JG unterstützt das ( so wie auch das Diözesankomitee der Katholiken in der KLIMA ALLIANZ Deutschland) hier der INFO-LINK!

Liebe JGverbundene, sicher habt Ihr in den letzten Wochen von dem meinungsstarken Pfarrer Kossen gehört und gelesen. Wie wir finden, hält er uns allen am Beispiel der Leiharbeit in der Fleischindustrie den wichtigen Komplex von Fleischkonsum-industrieller Fleischverarbeitung-sozialer Ungerechtigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung vor Augen.  Der folgende Text ist nur ein „Teaser“ für die ausführlichere, verlinkte PDF zu einem Interview mit Pfarrer Kossen. Bitte lest – lasst Euch berühren – vielleicht lasst ihr Euch auch empören und hoffentlich lassen wir uns alle zum HANDELN in  unseren Möglichekeiten davon motivieren! Teilt gerne die Informationen und die starke Meinung von Pfarrer Kossen.

Eure JG

….“ Die Berichte über die Firma Tönnies haben nun auch überdeutlich das Elend der in der Fleischindustrie ausgebeuteten Leiharbeite*innen demonstriert, für die sich Kossen schon seit Jahren einsetzt. Er erzählt:

Mein Bruder Florian ist Arzt und behandelt Arbeitsmigranten, Frauen und Männer aus Rumänien, Bulgarien und Polen täglich in seiner allgemeinmedizinischen Praxis in Goldenstedt, im Landkreis Vechta. Sie arbeiten in Großschlachthöfen in Wildeshausen, Ahlhorn und Lohne. Was er sieht und hört, macht ihn fassungslos und zornig. Die Totalerschöpfung der Patientinnen und Patienten ist fast schon alltäglich. Viele arbeiten sechs Tage in der Woche und zwölf Stunden am Tag. Sie haben keine Möglichkeit der Regeneration, weil sie durch ihre Arbeits- und Lebensbedingungen ständig physisch und psychisch unter Druck stehen. Daraus resultieren eine ganze Reihe von Krankheitssymptomen: Von Überlastungsschäden im Bereich der Extremitäten und Wirbelsäule über psychovegetative Dekompensationen bis hin zu wiederholten bzw. hartnäckigen Infekten durch mangelhafte hygienische Zustände in den Unterkünften und gesundheitswidrige Bedingungen an den Arbeitsplätzen. Im Frühjahr des vergangenen Jahres haben wir beide hingewiesen auf eine erbärmliche Unterkunft in Ellenstedt, in der nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder hausen. Hastig wurde von den Verantwortlichen baldige Verbesserung gelobt. Lange ist nichts passiert, dann wurde die Immobilie abgebrochen.  Bereits im Sommer 2018 hatte mein Bruder berichtet: „Arbeitsunfälle wie Schnittverletzungen sind an der Tagesordnung. Häufig lassen sich die Verletzten aber nicht krankschreiben, weil ihnen vom Arbeitgeber ganz deutlich gesagt worden ist: Wer mit dem gelben Schein kommt, kann gehen. So geschehen bei einer Arbeiterin mit einer ca. 10 cm langen, mit Naht versorgten, Schnittwunde, die sie sich bei der Arbeit zugezogen hatte. Trotz mehrmaligen dringenden Anratens lehnte sie eine Krankschreibung ab.“ Ähnliches erzählen die Flüchtlinge, die über Personaldienstleister bei Wiesenhof arbeiteten und betrogen worden sind: Wer sich krankschreiben lässt, fliegt raus. – Verätzungen am ganzen Körper sieht mein Bruder bei Patienten, die für Reinigungsarbeiten in den Schlachthöfen keine ausreichende Schutzkleidung zur Verfügung haben und zudem unter hohem Zeitdruck arbeiten. Ein Mitarbeiter einer Reinigungskolonne bei Wiesenhof in Lohne stellte sich in der Praxis vor, übersät mit ausgeprägtesten Verätzungen am ganzen Körper. Sämtliche Arbeiter der Reinigungskolonne, so berichtete er, hätten ähnliche Verätzungen, da es zwar Schutzanzüge gäbe, diese jedoch defekt und völlig unzureichend wären. Immer wieder erzählen Patienten meinem Bruder von Kolleginnen und Kollegen, die aufgrund von Krankheit sofort aussortiert und ersetzt werden. Entsprechend hoch ist der Druck, trotz Krankheit und Schmerzen durchzuhalten. Ein bulgarischer Werkvertrags-Arbeiter eines Großschlachthofs in Wildeshausen hat meinem Bruder seine Lohnabrechnung gezeigt: 1200,- € für 255 geleistete Arbeitsstunden. Zur Ausbeutung kommt die Demütigung: „Du bist nicht mehr wert! Deine Arbeitskraft ist nicht mehr wert!“

DEN AUSFÜHRLICHEN ARTIKEL mit mehr Informationen in differenzierter Form findet Ihr in der hier verlinkten PDF.

Eine Idee mit dem Ziel, konkretes Handeln für mehr Nachhaltigkeit anzuregen und zu unterstützen: JG`ler*innen kommen vor Ort zusammen und packen an. Informationen dazu findet ihr hier.

Nachhaltigkeit wurde in Rhede zum Thema „gemacht“! Nach australischem Vorbild fanden sich im Pfarrheim Zur Heiligen Familie fleißige Aktive zur Herstellung von Boomerang-Bags – d.h. Ausleih- und Rückgabe-Stofftaschen – zusammen. (Infos dazu unter https://boomerangbags.org) Nach drei Stunden war die Nähbilanz vom Aussehen der Taschen her spitze, aber von der Menge her noch nicht ausreichend, um die geplante Aufmerksamkeitsaktion auf dem Wochenmarkt durchzuführen. Diese soll im frühen Sommer nachgeholt werden, mit der Aussicht auf genügend Taschen nach einer Wiederholung der Nähaktion.

„Auf Plastik verzichten? Unmöglich? Wir glauben, dass das klappt.“ Zu Beginn der Fastenzeit lud die JG in Vechta Familien zu einem Workshoptag ein, um gemeinsam Ideen dazu zu sammeln – als Start in eine „plastik-freie“ Fastenwoche. Ein spannender Tag, den Bericht darüber lest ihr hier.

Schritte zu mehr Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit, Natur erleben und Schöpfung bewahren, ein faires Miteinander: Für Familienkreise bieten wir Themenabende und Kurse an, die verschiedene Aspekte aufgreifen. Ob als Gesprächsabend, Familiennachmittag/-tag im Pfarrheim oder als Wochenende in einer Bildungsstätte – in Absprache gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine Auswahl an Themen findet ihr hier, unser komplettes Kursangebot im Kurskalender 2020.

Anregungen und Lesetipps

Die Klima-Kollekte, ein CO2 -Kompensationsfonds christlicher Kirchen, bietet die Möglichkeit, unvermeidliche Emissionen aus Strom- und Wärmenergie, Reisen sowie Papier- und Druckerzeugnissen zu kompensieren. Mit einem Betrag von 141,68 Euro haben wir 2019 die durch Autofahrten zu Gremiensitzungen entstandenen Emissionen kompensiert (6,16 t CO2). Mit den Ausgleichszahlungen werden Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländer zur Armutsbekämpfung gefördert (ausführliche Informationen unter klima-kollekte.de).

Die Christliche Initiative Romero (CIR) engagiert sich für ein gerechtes Wirtschaftssystem und eine solidarische Welt. Auf ihrer Homepage gibt es zumThema „Kritischer Konsum – Einkauf und Verantwortung“ umfassende Informationen und Bewertungen zu Produktlabels und Logos. https://www.ci-romero.de/kritischer-konsum/siegel-von-a-z/

In seiner Enzyklika „Laudato si´“ – Über die Sorge für das gemeinsame Haus – befasst sich Papst Franziskus schwerpunktmäßig mit dem Themenbereich Umwelt- und Klimaschutz. Er spricht dabei von einer ganzheitlichen Ökologie und bindet darin die Problematik bestehender sozialer Ungerechtigkeiten ein. Wofür Papst Franziskus steht, wird auch eindrücklich in dem Film „Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes“ dargestellt. Hier der Filmtipp von Frank Wolsing.

Eine Familie macht den Alltagstest: In dem Buch „Vier fürs Klima“ von Petra Pinzler und Günther Wessel wird lebensnah und unterhaltsam über die Umsetzung von Klimaschutz und die Erfahrungen damit im familiären Alltag erzählt.

Wir sind selber Kunden der „Umweltdruckerei“ und haben deswegen auch von deren 20 Tipps gelesen.

Wir möchen Euch das gerne als Info weitergeben, auch wenn wir für die verlinkten Seiten und Tipps keine Haftung übernehmen.

Viel Spaß beim Stöbern und Entdecken:

https://www.dieumweltdruckerei.de/blog/freizeit-in-corona-zeiten/

Euer JG-Team